Ein Bauteil – viele Lösungen: Formen für Stutzenkränze und Mannlöcher

Mit diesem Beitrag knüpfen wir an unsere Reihe One Component – Many Solutions an. Nachdem wir bereits anhand verschiedener Beispiele gezeigt haben, welche Anforderungen die Formkonstruktion prägen, möchten wir diesmal einen Blick auf den Abguss ganzer Gebilder in einer Form werfen. Gute und häufige Beispiele dafür sind Stutzenkränze und Mannlöcher, welche in besonderer Weise veranschaulichen wie vielseitig die Lösungsansätze im Formenbau sein können.

 

Ein Gebilde, viele Bauteile – und viele Formlösungen

Meistens wird ein Stutzenkranz nicht als Einzelfertigteil oder in zwei ganzen Hälften gefertigt, sondern aus mehreren Einzelbauteilen zusammengesetzt. Damit diese präzise zueinander passen, wird das gesamte Gebilde oftmals in einer einzigen Form gegossen.

Ein weiterer Grund dafür ist, dass Stutzenkränze meistens individuell geplante Konstrukte sind, welche genau auf das aktuelle Projekt zugeschnitten sind und anschließend für kein weiteres Projekt werden können. Dementsprechend ist eine Gesamtform wesentlich wirtschaftlicher als einzelne Formen pro Segment. Auch wenn das Handling und Entschalen dadurch komplizierter wird.

Dafür werden Trennungen in die Form integriert, die exakt der geplanten Mörtelfuge entsprechen. So entstehen nach dem Guss einzelne Steine, die sich passgenau zu einem Ring zusammensetzen lassen.

  • Trennungen fertigen wir in der Regel aus Blech oder PVC. Insbesondere bei komplexen Geometrien und Konturen bietet sich die präzise Bearbeitung von PVC auf der CNC-Fräsmaschine an. Für spezielle Anwendungen wie dem Abguss von Furanharz verwenden wir auf Grund der chemischen Gegebenheiten Sperrholz.
  • Formausführung: Je nach Projekt können die Formen sehr unterschiedlich aussehen – von einfachen Styroporformen für Einzelabgüsse, die nur mit Spanplatten fixiert werden, bis hin zu komplexen, stabilen Formen für mehrfache Abgüsse.
  • Varianten: Manchmal fertigen wir Formen für einzelne Steine, manchmal für halbe Ringe und in anderen Fällen für komplette Baugruppen, dies hängte von den benötigten Stückzahlen, den Fertigungsbedingungen und der Länge der zur Verfügung stehenden Produktionszeit ab.

Unterschiedliche Anforderungen beim Entschalen

 

Das Entformen unterscheidet sich je nach Ausführung deutlich:

 

Styroporformen werden nach dem Guss meist weggebrannt oder zerbrochen.

  • Feste Formen lassen sich dagegen auseinandernehmen, sodass die Steine in der Regel problemlos entnommen werden können.
  • Bei hintergriffigen Konturen ist es allerdings oft nötig, eine bestimmte Reihenfolge beim Ab- und Aufbau der Form einzuhalten: einzelne Einlagen müssen teilweise abgeschraubt und später wieder eingesetzt werden, da die Steine sonst sperren würden.
  • Teilweise müssen auch die Bleche zuerst von oben gezogen werden, meistens passiert das aber erst bei Herausnahme der Steine.

Konstruktion mit Blick fürs Detail

 

Die Geometrie von Stutzenkränzen ist selten gerade und regelmäßig. Das stellt besondere Anforderungen an die Konstruktion:

 

  • Eine geeignete Abziehfläche muss gefunden werden, damit die Oberfläche sauber abgezogen werden kann. Die Form wird daher häufig mit unterschiedlich hohen Füßen versehen und schräg aufgestellt, um einen optimalen Guss zu ermöglichen.
  • Für Styroporformen werden zusätzliche Laschen gesetzt, die ein Aufschwimmen der leichten, mit den Außenwänden unverschraubten Einlagen zu verhindern.

Fazit

Ob einfache Einwegform oder vielseitig einsetzbares Werkzeugsystem – beim Formenbau für Stutzenkränze zeigen sich die Stärken einer individuellen Herangehensweise besonders deutlich. Jedes Projekt erfordert maßgeschneiderte Lösungen, damit am Ende präzise Bauteile entstehen, die sich zuverlässig zu einem Ganzen zusammenfügen.

 

📸 In unserem Beitrag sehen Sie verschiedene Beispiele: von leichten Styroporformen bis zu stabilen Mehrwegformen.